Howdy y’all! Heute wird’s persönlich - Lust mitzukommen auf eine Reise in meine Vergangenheit und den amerikanischen Süden?
Die Intention bei der Auseinandersetzung mit dem eigenen Design
Wenn wir uns mit dem eigenen Human Design beschäftigen, geht es meistens ja darum, sich selbst noch tiefer kennen zu lernen, Herausforderungen im Hier und Jetzt besser zu meistern und mit dem Wissen gute Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.
Für mich persönlich waren die Erkenntnisse jedoch auch unglaublich heilsam in Bezug auf meine Vergangenheit und die Art und Weise, wie ich mich oft gefühlt habe. Dazu im Artikel mehr.
Richtig viel Spass macht es auch, die grossen Entscheidungen und Weichenstellungen im Leben einmal unter dem Aspekt des eigenen Designs, insbesondere der eigenen Autorität und Strategie anzuschauen.
Wenn du diese beiden Elemente schon kennst, hüpfe einfach weiter zum persönlichen Bericht, ansonsten findest du hier noch eine kurze Erklärung zu den beiden Begriffen:
Autorität und Strategie im Human Design
Im Human Design sind Autorität und Strategie zwei grundlegende Werkzeuge, die uns helfen, unser Leben im Einklang mit unserer wahren Natur zu gestalten. Sie wirken wie eine innere Navigation, die uns durch die täglichen Entscheidungen und Herausforderungen leitet. Die bewusste Anwendung dieser Prinzipien hilft unser volles Potenzial entfalten.
Autorität: Der Schlüssel zur inneren Weisheit
Die Autorität im Human Design beschreibt, wie wir die besten Entscheidungen für unser Leben treffen. Sie basiert nicht auf rationalem Denken, sondern auf der Weisheit des Körpers. Je nach Design kann diese innere Autorität unterschiedlich sein – manche Menschen haben beispielsweise eine emotionale Autorität, bei der sie Entscheidungen am besten treffen, indem sie emotionale Klarheit abwarten. Andere dürfen sich auf ihre sakrale Autorität verlassen, bei der ihr Bauchgefühl sofortige, klare Antworten gibt.
Die Autorität lehrt uns, wie wichtig es ist, den eigenen Körper als verlässlichen Kompass zu erkennen und ihm zu vertrauen. Anstatt von äusseren Erwartungen oder mentalen Überlegungen geleitet zu werden, ermöglicht die eigene Autorität es uns, authentische Entscheidungen zu treffen, die uns in Einklang mit unserem Lebensweg bringen.
Strategie: Die Kunst der richtigen Interaktion
Die Strategie im Human Design gibt uns vor, wie wir am besten auf äussere Einflüsse und Ereignisse reagieren. Jede Human Design Typologie – ob Generator, Manifestor, Projektor oder Reflektor – hat ihre eigene Strategie, die den natürlichen Energiefluss optimiert und uns hilft, auf weniger Widerstand zu stossen.
Zum Beispiel lautet die Strategie der Generatoren "auf die Einladung des Lebens warten", was bedeutet, dass sie am erfolgreichsten agieren, wenn sie auf die richtigen Gelegenheiten reagieren, anstatt aktiv nach ihnen zu suchen oder zu initiieren.
Die Kombination aus Autorität und Strategie bildet das Fundament für ein authentisches und erfülltes Leben. Wenn wir sie in unserem Alltag integrieren, lernen wir, den natürlichen Fluss der Dinge zu erkennen, anstatt gegen ihn anzukämpfen. Wir entwickeln eine tiefere Verbindung zu uns selbst und unseren Mitmenschen und erleben mehr Leichtigkeit in der Art und Weise, wie sich unser Leben entfaltet.
Anstatt uns von äusseren Erwartungen oder mentalen Mustern leiten zu lassen, folgen wir unserer inneren Wahrheit. Dies ermöglicht es uns, authentisch zu leben und unseren Platz in der Welt mit Klarheit und Selbstvertrauen einzunehmen.
Mein grosses Abenteuer: Ein Highschool Jahr in Texas
In der 8. Klasse habe ich eine Broschüre für Sprachaufenthalte in den USA gefunden und aus heutiger Sicht war mein definiertes Sakralzentrum sofort on fire! Ich habe meinen Eltern erklärt, dass ich nach dem Realschulabschluss, also nach der 10. Klasse für ein Jahr in die USA gehe und bin von diesem Plan auch nicht mehr abgerückt.
Dabei muss man wissen, dass ich überhaupt keine extrovertierte Jugendliche war. Im Gegenteil ich war unsicher, eher schüchtern, introvertiert und ein Bücherwurm. Ich hatte immer eine Handvoll sehr gute Freundinnen (bis heute) aber in grösseren Gruppen wie Vereinen habe ich mich meistens sehr fehl am Platz gefühlt. Das hat mich lange belastet, denn ich dachte mit mir stimmt etwas nicht. Aus meinem Design heraus ist es jedoch völlig logisch und es war eine grosse Erleichterung zu verstehen, warum ich kein Gruppenmensch bin und auch nicht sein muss.
Und ich war unglaublich rational. Diese Rationalität, meine guten Noten, mein strukturiertes Herangehen an Situationen, sprich meine kognitiven Fähigkeiten haben mir die nötige Sicherheit gegeben, die ich nicht in mir gefühlt habe und haben mein Selbstbild sehr stark mitbestimmt.
Ich hatte also nichts von einer abenteuerlustigen, rebellischen Draufgängerin, die sich am Wochenende unerlaubterweise rausschleicht, um Partys zu feiern, geschweige denn so easy peasy ein Jahr in die USA verschwindet.
Ich habe beide Aspekte - also das Bedürfnis nach Sicherheit und aber auch Erfahrungen zu sammeln - in meinem 1/3er Profil vereint, aber die Qualitäten, die die 3 mitbringt hatten aufgrund meiner Unsicherheit und meinem Sicherheitskonstrukt damals keine Chance gelebt zu werden.
Sakralzentrum on fire: Der Weg in die USA
Und dennoch war es für mich so sonnenklar, dass ich komme, was da wolle UNBEDINGT dorthin muss. Es war eine reine Bauchentscheidung aus meinem Sakral mit einer Stimmigkeit sogar Notwendigkeit, wie ich sie selten in meinem Leben wieder in einer Klarheit gespürt habe. Alle rationalen Argumente, alle Ängste, die vor allem meine Eltern wahrscheinlich durchgestanden haben, hatten keinerlei Chance mich von diesem Vorhaben abzubringen.
Vorbereitung und Entschlossenheit
In meiner Strukturiertheit habe ich alles, was ich an Infos kriegen konnte (Internet gabs damals in diesem Umfang noch nicht) ausgewertet, die verschiedenen Anbieter miteinander verglichen und mich akribisch auf die Auswahlgespräche vorbereitet. Meine 1er Linie im Profil lässt grüssen. 😉
Die Kurskosten lagen damals schon bei rund 20‘000 Mark und waren sehr viel Geld. Der Deal war, dass meine Eltern die Kosten des Programms inklusive Flug übernehmen, ich mir das Geld, das ich vor Ort brauche selbst verdienen muss. Nachhilfestunden für diverse Kinder, Ferienjobs im Supermarkt, in der Schokoladenfabrik und am Fliessband prägten neben der Schule die restlichen 2 Jahre bis zum Schulabschluss. Ich habe mein Ziel mit einer Ausdauer und Hartnäckigkeit verfolgt, die wenn man weiss wie ein Generator tickt, wenn er völlig in seinem Element ist, sehr viel Sinn macht.
Der große Moment: Abflug nach Texas
Und mit 16 packte ich dann meine Koffer, um erst nach Chicago mit den anderen Austauschschülern und dann weiter nach Texas zu meiner Gastfamilie zu fliegen. Es war der erste Flug meines Lebens und auch wenn ich aufgeregt war, kamen nicht mal beim Abschied am Flughafen Zweifel, ob ich das richtige tue. I was on a mission, die mein sonstiges Empfinden und Verhalten in den Schatten gestellt hat und komplett in line war mit meinem Design.
Ein prägendes Jahr
Und was soll ich sagen? Es war definitiv das prägendste, unglaublichste Jahr meines damals jungen Lebens und ist auch heute noch nach fast 25 Jahren präsent wie damals.
Für mich hat sich eine komplett neue Welt eröffnet und ich bin als anderer Mensch nach einem Jahr zurückgekommen.
Abenteuerlust und Freiheit
Endlich konnte sich die Abenteuerlust meiner 3er Linie ihren Weg bahnen und bis heute ist es unglaublich erfüllend für mich, die Welt zu sehen, Menschen kennen zu lernen, in den Austausch zu kommen, zu spüren wie das Leben woanders sein kann. Ich bin dankbar mich im Englischen so wohlzufühlen und meine Sprachkenntnisse haben mir nicht nur beruflich schon viele Vorteile gebracht.
Kulturelle Unterschiede und persönliche Entwicklung
Ich bin in einer sehr offenen, interessierten und toleranten Familie gross geworden aber die Neugier und Offenheit, mit der ich der Welt begegne, hat massgeblich auch mit meinem Jahr in den USA zu tun. Auch weil ich dort zum ersten Mal erfahren habe, was Rassismus im Alltag und schon unter Schülern tatsächlich bedeutet. Meine Gastvater war überzeugter Republikaner und auch wenn das politische Klima damals noch nicht so aufgeladen war wie heute, hatte er in vielen Bereichen komplett andere Ansichten als das, was ich von zu Hause gelernt hatte. Europäisch und auch mit der deutschen Geschichte sozialisiert, konnte ich nicht nachvollziehen, wie man dafür sein kann, dass jeder seine Waffe unterm Bett und das absolute Recht auf Selbstverteidigung (seine Meinung) hat, dass es seinen Töchtern nicht erlaubt war einen black oder hispanic guy zu daten oder welch hohen Stellenwert der wöchentliche Bibelkreis und Kirchenbesuch hatte. Dabei ging es nicht um den Glauben an sich, sondern die Engstirnigkeit, mit der er gelebt wurde.
Wenn du auf andere Werte triffst, die diametral anders zu deinen eigenen sind, fängst du auch mit 16 schon an zu reflektieren, was dir wirklich wichtig ist.
Auf der anderen Seite standen die absolute Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen mich aufzunehmen. Die Offenheit immer einen kurzen Smalltalk zu halten – bis heute liebe ich diese Kommunikationsfähigkeit, die uns Mitteleuropäern oft fehlt.
Es bereichert meinen Alltag mit Menschen ins Gespräch zu kommen und wenn es nur ein kurzer freundlicher Austausch in der Tram ist.
Während eines Austauschjahres taucht man tief in die Alltagskultur des Gastlandes ein, was weit über touristische Erlebnisse hinausgeht. Ich hatte das Privileg, typisch amerikanische Feste wie Thanksgiving und den Schulalltag an einer amerikanischen High School mitzuerleben. Pep Ralleys, Homecoming oder auch die Prom-Abschlussfeste. Alles völlig neue Erfahrungen. Die Tatsache, dass ich nach kürzester Zeit einen tollen Freundeskreis hatte und selbstverständlich Teil einer grösseren Gruppe war, haben all diese Erlebnisse erst besonders gemacht.
Ich hatte meinen ersten festen Freund, der liebevoll, respektvoll und zuvorkommend war und mir das Gefühl gegeben hat, einfach so sein zu können, wie ich bin und damit etwas Besonderes zu sein. Er hat den Masstab für meine weiteren Beziehungen gesetzt und mitgeprägt, wie ich mich mit jemandem fühlen möchte.
Ich war das erste Mal nicht ehrlich, wenn es darum ging, wo ich übernachte und hab unerlaubterweise Zigaretten hinter der Garage mit einer anderen Austauschschülerin, geraucht. Dazu muss man sagen, dass ich es gewohnt war, dass mir meine Eltern sehr viel mehr Vertrauen entgegenbringen als das meine Gasteltern mit ihren gleichaltrigen Mädels handhabten. Vielleicht fiel es mir deshalb leichter, gegen die Regeln zu verstossen, weil der Rahmen viel enger gesteckt war. Zudem war es nicht meine eigene Familie, d.h. das schlechte Gewissen war entsprechend kleiner. Und auch wenn all diese Aktionen, nicht die riesige jugendliche Rebellion war, war es für meine Verhältnisse doch einiges 😉.
Diese vielen Erfahrungen haben mir nicht nur die amerikanische Kultur nähergebracht, sondern auch mein Verständnis für meine eigene Welt geschärft. Dinge, die ich früher für selbstverständlich hielt, sah ich plötzlich in einem neuen Licht.
Fazit: Mein Austauschjahr als tiefgreifende persönliche Bereicherung
Ein Austauschjahr ist eine tiefgreifende Erfahrung, die weit mehr als nur eine Reise ins Ausland darstellt. Es fördert die persönliche Entwicklung, stärkt das Selbstbewusstsein, baut Stereotypen ab und eröffnet neue Perspektiven auf die eigene Kultur und die anderer.
Dieses Jahr hat meinen Horizont erweitert und hat mir sehr viel mehr innere Freiheit und Sicherheit geschenkt. Allein schon, weil ich mich in einem fremden Land, in einer anderen Sprache, in einer fremden Familie und neuen Schule easy zurechtgefunden habe. Die Bereitschaft Neues auszuprobieren, ins kalte Wasser zu springen wurde positiv belohnt und hat mir sicherlich auch unbewusst dabei geholfen vor einem Jahr meinen Job zu kündigen und mich auf das Abenteuer Selbständigkeit einzulassen.
Für mich war dieses Jahr in den USA eine lebensverändernde Erfahrung, die mich persönlich und meine Sicht auf die Welt nachhaltig geprägt hat. Einer meiner wichtigsten Werte heute noch ist aufgeschlossen und offen für neue Ideen, Ansichten und Erfahrungen durch die Welt zu gehen, andere Perspektiven zu akzeptieren und zu berücksichtigen und zu respektieren, dass jeder seine eigene Geschichte mitbringt. Ich denke interkulturelle Kompetenz und Offenheit für «das Andere» ist heute in unserer globalisierten Welt eine unglaubliche Schlüsselqualifikation, die noch viel mehr gefördert werden sollte.
Und ich durfte erfahren, was es bedeutet und wie es sich anfühlt eine Entscheidung komplett in line mit dem eigenen Design auszuleben. Etwas, was mir erst heute mit meinem Wissen so richtig bewusst ist und wodurch dieses Jahr nochmal eine ganz andere Dimension erhält für die weiteren Entscheidungen in meinem Leben.
Wenn du deine bisherigen Entscheidungen auch einmal aus Human Design Sicht anschauen möchtest, melde dich gerne bei mir für ein kostensfreies Erstgespräch und lerne mich und mein Angebot unverbindlich kennen:
