Elternsein bedeutet Raum zu halten für die Bandbreite an Entwicklungschritten, unterschiedlichen Emotionen und Bedürfnissen, die manchmal innerhalb von Sekunden aufeinandertreffen.

Vater streckt Kind hand hin und bietet Halt beim Balancieren

Elternsein beinhaltet die Begleitung von so vielen verschiedenen Facetten

Heute hat unsere Tochter einen grossen Schritt in Richtung Selbständigkeit gemacht. Sie ist zum ersten Mal ganz alleine bei Aldi Lebensmittel einkaufen gegangen. Wir hatten keine Milch mehr und sie hat von sich aus angeboten welche zu holen. Sie muss dabei zwei stark befahrene Strassen überqueren und den Supermarkt kennt sie nicht wirklich, weil wir normalerweise woanders hingehen. Sie hat es souverän und selbstbewusst gemeistert, hat nach Hilfe gefragt als der Feta zu weit oben war, hat sich selbst ausgerechnet wieviel Geld sie braucht und was sie vom Restgeld noch dazu kaufen kann. Für sie war es ein wichtiger Schritt in Richtung Autonomie und Abenteuer, für uns Eltern ein Wechselbad aus Stolz und mulmigem Gefühl, sie alleine losziehen zu lassen.

Als es zwei Stunden später ums Einschlafen ging, hatten wir eine ganz andere Situation. Sie durfte am Nachmittag einen Film mit ihrer Klasse in der Schule schauen, der sie überfordert hat. Und auch wenn die offizielle Altersfreigabe bei 0 Jahren lag, hat sie die Spannung, die Bösewichte nicht verkraftet und hatte Mühe das Gesehene zu verarbeiten. Sie hat viel Nähe gebraucht um zur Ruhe zu kommen und natürlich haben wir sie nicht mit ihren Bildern im dunklen Zimmer alleine gelassen. So hat die Einschlafbegleitung an diesem Abend eher dem Stand von Jahren davor entsprochen.

Warum kindliches Verhalten oft nichts mit der offensichtlichen Situation zu tun haben muss

Kinder können häufig ihre Erlebnisse noch nicht richtig einordnen und haben noch keine Strategien angestaute Emotionen, Spannungen oder Stress auf eine hirnreife Art und Weise zu verarbeiten und abzubauen. Und sind wir ehrlich nicht mal uns als Erwachsenen gelingt es immer unser Nervensystem zu regulieren, ohne dass jemand anderes als Ventil herhalten muss.

Und so ist der Wutanfall des Kindergartenkindes am Abend, weil die falschen Nudeln auf dem Teller liegen oder der emotionale Meltdown des Teenagers, weil die Lieblinghose nicht gewaschen ist, in Wahrheit nur ein Ventil für all das was sich über den Tag angestaut hat und erst zu Hause im sicheren Raum ihren Weg nach draussen findet.

Alle genannten Beispiele und Situationen sind Teil einer normalen Entwicklung und Teil der Bandbreite, die wir als Eltern über viele Jahre und durch viele verschiedene Entwicklungsstufen hindurch begleiten. Entwicklungsschritte, Bedürfnisse und Emotionen, die manchmal innerhalb von einem Wimpernschlaf aufeinandertreffen und auch von uns erst einmal richtig eingeordnet und interpretiert werden müssen.

Auch unsere Emotionen und Prägungen spielen eine Rolle

Dazu kommt, dass wir nicht nur unsere Kinder begleiten, sondern gleichzeitig spüren wir auch unsere eigenen Gefühle und Trigger. Das mulmige Gefühl, vielleicht sogar Gefühle der Angst, wenn das Kind immer autonomer wird. Die Konfrontation mit Themen, mit denen wir auch immer wieder aufs Neue einen Umgang für uns finden und uns mit uns selbst, unseren Werten und Vorstellungen auseinandersetzen müssen. Oder die Erinnerung daran, wie es sich anfühlte, als man selbst als Kind mit Filmen überfordert war, während Bezugspersonen aus dem Umfeld meinten, es immer wieder austesten zu müssen, ob das Kind nicht endlich abgehärtet genug ist.

Diese Erinnerungen und Erfahrungen werden in uns wachgerufen und unsere Reaktionen resultieren häufig genau aus diesen Prägungen. Sie sind wie unsichtbare Päckchen, die wir unbewusst mittragen. Somit ist Elternschaft auch immer ein Spiegel unserer eigenen Kindheit.

Wenn das Nervensystem überlastet ist

Elternsein heisst also immer wieder Raum zu halten, für das Kind, für sich selbst, für die vielen unsichtbaren Prozesse dazwischen. Und doch: Wie soll das gelingen mit einem erschöpften Nervensystem, hohen Alltags­pensen, wenig Pausen und wenig Kapazität das Geschehen wirklich zu reflektieren und für sich selbst zu verarbeiten?
Elternsein bedeutet nicht nur Begleitung, sondern auch ständige Organisation und Verantwortung

Wie sollen wir diesen Raum halten, wenn wir selbst oft am Limit sind?

Ein überlastetes Nervensystem macht es schwer, gelassen auf die Herausforderungen zu reagieren. Statt Verständnis rutscht uns Unmut heraus. Statt Ruhe spüren wir Anspannung. Und hier beginnt der Kreislauf. Unsere Kinder spüren den Zustand unseres Nervensystems und reagieren darauf oft mit noch mehr Gefühlen, die wir wiederum schwer halten können.

Deshalb ist es so wichtig, nicht nur das Kind, sondern in erster Linie auch sich selbst im Blick zu behalten.

Unterstützung suchen: Warum wir nicht alles allein schaffen müssen

Elternschaft sollte kein Solo-Projekt sein. Wir leben heute oft in kleinen Familienstrukturen, weit weg von einem unterstützenden Umfeld. Viele Eltern versuchen, alles alleine zu schaffen und fühlen sich schuldig, wenn es nicht gelingt.

Doch sich Hilfe zu suchen und darum zu bitten ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Hilfe in Form von Austausch mit anderen, durch professionelle Begleitung oder auch durch Werkzeuge, die mehr Ruhe und Kapazität ins Familienleben bringen.

Human Design als Orientierungshilfe für Familien

Eine wertvolle Unterstützung kann Human Design sein.
Vielleicht hast du schon davon gehört, vielleicht ist es auch neu für dich. Kurz gesagt: Human Design ist ein System, das aufzeigt, wie einzigartig jeder Mensch ist. Es verbindet Elemente aus Astrologie, Kabbala, I Ging und moderner Wissenschaft und liefert eine Art „Landkarte“ deiner Energie und deines Wesens.

Für Eltern kann das unglaublich hilfreich sein. Ein Reading gibt dir Einblick in:

  • Die Individualität deines Kindes: Warum reagiert es so stark auf bestimmte Dinge? Welche Stärken bringt es von Natur aus mit? Welche tiefliegenden Bedürfnisse hat es?

  • Deine eigene Individualität: Warum triggert dich manches so sehr? Wo liegt dein Energiepotenzial, wo deine Verletzlichkeit? Was brauchst du, um dich selbst und deine Kinder gut begleiten zu können? Was hat dir in deiner Kindheit gefehlt?

  • Eure Familiendynamik: Welche energetischen Themen treffen aufeinander und beeinflussen euer Miteinander? Wo hat es Konfliktpotential? Wie könnt ihr mehr Ruhe in euren Alltag bringen?

Viele Eltern berichten nach einer Human Design Auswertung, dass sie ihr Kind mit neuen Augen sehen. Konflikte erscheinen plötzlich nachvollziehbar. Situationen, die früher anstrengend waren, können leichter begleitet werden. Und vor allem: Eltern entwickeln auch mehr Verständnis und Mitgefühl für sich selbst und auch das ist die Basis für ein entspannteres Familienleben.

Fazit: Raum halten für Kind und Eltern – mit mehr Leichtigkeit

Elternsein bedeutet, Raum zu halten. Für die grossen und kleinen Entwicklungsschritte unserer Kinder, für ihre Emotionen, ihre Freude und ihre Wut. Aber auch für uns selbst, für unsere Emotionen und Bedürfnisse, für unsere alten Geschichten, unsere Trigger, unsere Grenzen.

Human Design kann uns dabei unterstützen, klarer zu sehen, besser zu verstehen und uns selbst und unser Kind weniger streng zu beurteilen.

Wenn du das Gefühl hast, dass dir der Alltag manchmal über den Kopf wächst oder du dich selbst und dein Kind besser verstehen möchtest, dann lade ich dich ein: Komm zu mir ins Coaching. Es schenkt dir Klarheit, Entlastung und neue Perspektiven, damit du den Raum nicht nur für dein Kind, sondern auch für dich selbst mit mehr Leichtigkeit halten kannst. Du kannst mich und meine Arbeit sehr gerne über ein konstenfreies, unverbindliches Erstgespräch kennen lernen:

Soulwaves ~ Eva Weiss

Eva Weiss ist diplomierte Erziehungsberaterin IEB® und Human Design Coach in Zürich. Sie unterstützt Eltern dabei, ihre Kinder im Human Design zu verstehen und im Familienalltag bewusster zu begleiten.

https://www.soulwaves.net
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Wenn dein Kind ständig „unter Strom“ steht: Wie Human Design und ein Blick aufs Nervensystem zeigen, was hinter seiner Unruhe steckt.

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Wie ich als Lehrerin meine Freude am Unterrichten zurückfand – dank Human Design. Ein Gastartikel von Magdalena.