Wie ich als Lehrerin meine Freude am Unterrichten zurückfand – dank Human Design. Ein Gastartikel von Magdalena.
Viele Pädagoginnen und Pädagogen leisten tagtäglich Grossartiges, und das oft unter sehr herausfordernden Bedingungen. Überfüllte Klassenzimmer, veraltete Strukturen, heterogene Lerngruppen und begrenzte finanzielle Ressourcen (um nur einige davon zu nennen) - all das hinterlässt Spuren.
Und während der Wunsch, jedes Kind bestmöglich zu fördern, bei so vielen unvermindert gross ist, sind diese Belastungen ebenso spürbar. Sie zehren an den Kräften und mindern die Freude am Beruf. Ich habe grössten Respekt vor jeder Lehrperson, die sich trotz dieser Umstände mit Herzblut und Engagement jeden Tag für ihre Schüler:innen und damit auch meine Kinder einsetzt.
Als ich Magdalena kennen lernte, erzählte sie mir von ihrem Alltag als Grund- respektive Primarschullehrerin. Lehrerin zu sein war immer ihr Traumberuf, aber nach 15 Jahren im Schulbetrieb fühlte sie sich sehr ausgebrannt. Ihr fehlte die Freude am Unterrichten und sie empfand das als grosse Belastung. Auch die viele geballte Energie im Klassenzimmer und die Anforderung immer präsent sein zu müssen, machten ihr zunehmend zu schaffen.
In diesem Artikel geht es um meine Klientin Magdalena. Sie war einverstanden, dass wir den Artikel gemeinsam schreiben. Deshalb ist die folgende Passage aus Sicht von Magdalena erzählt.
Inhaltsverzeichnis
Meine Schüler:innen durch die Human Design Brille sehen
Magdalenas Geschichte
Magdalena: Es war ein Punkt erreicht, an dem ich kaum noch Energie für meine Klasse hatte. Jeden Tag fühlte ich mich erschöpft, ausgelaugt und manchmal einfach nur noch frustriert. Meine Schüler:innen – eine sehr umtriebige Klasse – forderten alles von mir und ich fragte mich immer häufiger: Warum mache ich das eigentlich überhaupt noch?
Und auch wenn meine Schulleitung immer ein offenes Ohr für die Herausforderungen von uns Lehrern hat, fehlen häufig aufgrund der Voraussetzungen des Schulsystems doch die Möglichkeiten wirklich etwas zu verändern.
Ich beschloss mir selbst Hilfe zu suchen, über Umwege landetet ich bei Eva. Im Coaching entdeckte ich Human Design. Es veränderte nicht nur meinen Blick auf mich selbst, sondern auch auf meine Schüler:innen.
Mich selbst besser verstehen
Zuerst ging es darum, mich selbst besser kennenzulernen. Ich lernte zum Beispiel was ein Projektor ist (mein Energietyp) und dass ich viele undefinierte Center habe, vor allem aber wie ich meine Energie schützen kann. Plötzlich machte vieles Sinn: Warum ich oft so erschöpft war, warum ich bestimmte Konflikte besonders stark spürte, und auch warum manche Methoden bei mir nicht funktionierten.
Eva zeigte mir beispielsweise auf, wie wichtig es für mich ist, die Pausen nicht immer in Gesellschaft, sondern auch einmal für mich alleine zu verbringen. Etwas das ich mir nie zugestanden hatte, auch dafür gabs einen Hinweis in meinen Profillinien.
Auch erhalten wir Lehrpersonen häufig nur dann Rückmeldung, wenn etwas nicht funktioniert. Die Anerkennung, für all das was gut läuft verschwindet oft zwischen den Schulbänken oder wird als selbstverständlich angesehen. Als Projektorin darf ich mir deshalb immer wieder Projekte suchen, die meinem Energiezyklus entsprechen, die mich erfüllen, bei denen ich mich eingeladen fühle meinen Anteil einzubringen. Für mich ein Hinweis wieder mehr projektbezogen mit den Kindern zu arbeiten und zu lernen.
Wir nahmen meine ganzen Herausforderungen anhand von meinem Design auseinander. Ich bin unglaublich dankbar für die vielen Aha- Momente. Denn natürlich kann ich die äusseren Bedingungen oft nicht verändern. Aber ich kann meinen Umgang damit ändern und weiss jetzt dank des Coachings auch, wie ich es für mich gestalten kann, damit es mir damit besser geht. Ich versuche das seither immer mehr in meinen Alltag einfliessen zu lassen und was soll ich sagen: Es hat wirklich schon viel verändert.
Meine Schüler:innen durch die Human Design Brille sehen
Eva schlug mir darüber hinaus vor, gemeinsam tiefer in die verschiedenen Eigenschaften der Human Design Typen einzutauchen. Sie war überzeugt, dass schon ein grundlegendes Verständnis helfen würde, den Kindern individueller begegnen zu können und sich dadurch die Atmosphäre im Klassenzimmer positiv verändern kann. Natürlich kenne ich die ganz individuellen Charts der Schüler nicht, das darf, kann und möchte ich auch nicht. Kinder sind jedoch häufig sehr authentisch und mit der Human Design Brille auf der Nase nutze ich das Wissen in direktem Kontakt mit meinen Schüler:innen.
Ich habe verschiedene Fragen basierend auf den Eigenschaften der Energietypen erarbeitet und diese auf Karteikarten geschrieben. Wenn ich merke, dass ein Kind Unterstützung braucht - sei es durch auffälliges Verhalten, Schwierigkeiten beim Mitmachen oder auch Rückzug - darf es sich eine Karte raussuchen. Die Platzhalter fülle ich mit den Aufgaben, die gerade anstehen. Für die Schüler:innen selbst sind die Fragen nicht nach den Human Design Energietypen kategorisiert, für mich dagegen ist das Hintergrundwissen hilfreich und macht das Beobachten besonders spannend. Auffällig ist, dass viele Kinder immer wieder zu denselben Fragen zurückkehren.
Ein Werkzeugkoffer voller Fragen
Manifestor (initiativ, handelt oft spontan und impulsiv):
Wenn du jetzt entscheiden könntest, was wir als Nächstes machen, was würdest du wählen?
Was würdest du jetzt am liebsten selbst ausprobieren?
Gibt es etwas, das du genau jetzt unbedingt umsetzen möchtest?
Wie kann ich dich dabei unterstützen, deine Ideen heute umzusetzen?
Generator (energiegeladen, reagiert auf klare Impulse, mag es nicht unterbrochen zu werden):
Brauchst du noch mehr Zeit um deine Aufgabe zu Ende zu bringen?
Möchtest du in die Nische sitzen damit du in Ruhe deine Aufgabe fertig machen kannst?
Ich verstehe, dass dir diese Aufgabe gerade keine Freude macht. Möchtest du vorher 5 Minuten xy machen, damit du dann genügend Energie hast für die Aufgabe?
Möchtest du zuerst an diesem Projekt arbeiten oder lieber die andere Aufgabe zuerst machen?
Manifestierender Generator (schnell, vielseitig, braucht Bewegungsfreiheit):
Welches deiner Projekte möchtest du heute zuerst angehen?
Möchtest du erst etwas Neues starten oder etwas bereits Angefangenes weiterführen?
Was würde dich jetzt motivieren, mit voller Energie weiterzumachen?
Brauchst du zuerst 5 Minuten, um dich auszutoben?
Projektor (beobachtend, braucht Anerkennung und möchte eingeladen werden)
Ich würde mich über deine Unterstützung freuen, um xy zu machen. Hast du Lust?
Was würde dir helfen, dich sicher und unterstützt zu fühlen?
Möchtest du, dass ich dir zeige, wie du die Aufgabe starten kannst, oder willst du selbst einen Plan machen?
Möchtest du erst einmal zuschauen und dann mitmachen?
Reflektor (spiegelt Umgebung, braucht Ruhe, Raum und genügend Zeit):
Wie fühlst du dich heute in der Gruppe?
Gibt es etwas, das dich gerade stört oder dir schwerfällt?
Braucht dein Körper oder dein Kopf gerade eine kleine Pause?
Gibt es etwas, das dich heute besonders stört?
Diese Fragen sind für mich wie ein kleiner, neuer Werkzeugkoffer, an dem ich mich orientieren kann, um zu beobachten, worauf das Kind reagiert. Sie bereichern mein bisheriges Arbeiten. Oft spüre ich dabei ganz unmittelbar, dass die Kinder sich verstanden fühlen und dass ihre Bedürfnisse auf einer neuen, tieferen Ebene wahrgenommen werden. Dieses einfache Tool verändert nicht nur einzelne Augenblicke mit dem Kind, sondern verbessert die gesamte Atmosphäre und Dynamik im Klassenzimmer.
Nicht immer können die Kinder genau das tun, was sie gerade brauchen. Aber allein, dass sie gesehen werden, macht schon einen Unterschied. Ich versuche nun noch häufiger Wege zu finden, wie jedes Kind – trotz der grossen Klasse – immer wieder die Möglichkeit bekommt, in seinem eigenen Tempo zu arbeiten und sich auszuprobieren.
Meine Freude kehrt zurück
Ich habe erkannt, dass ich mich im hektischen Schulalltag oft selbst vergessen habe. Heute weiss ich, wie ich besser auf mich achten und meinen eigenen Bedürfnissen gerecht werden kann. Human Design hat mir nicht nur geholfen, mich selbst klarer zu verstehen, sondern auch meine Schüler:innen auf einer achtsameren, bewussteren Ebene zu begleiten.
Auch wenn noch nicht alles wieder so ist wie früher, spüre ich bereits wie Freude und Begeisterung für meinen Beruf zurückkehren – Gefühle, die ich fast verloren hatte. Human Design war für mich wie ein Schlüssel zu einer Tür, von der ich nicht sicher war, ob ich sie nochmal aufschliessen möchte oder kann.
Ich möchte mich noch intensiver mit Human Design auseinandersetzen, weil ich fest daran glaube, dass Schule Freude machen sollte für uns Lehrkräfte genauso wie für unsere Schüler:innen. Und auch wenn ich weiss, dass es nicht möglich ist ganz individuell zu unterrichten so kann ich doch noch achtsamer werden. Mir selbst aber auch meinen Schülern gegenüber.
Ich möchte mich ganz herzlich bei Madgalena für ihre Sicht und diesen Artikel bedanken. Dankeschön!
Wenn auch du Kinder begleitest – ganz egal in welcher Rolle – und immer wieder vor Herausforderungen stehst, würde ich mich freuen, gemeinsam mit dir zu schauen, was dich unterstützen könnte. Melde dich dafür gerne für ein kostenfreies, unverbindliches Erstgespräch:
